Sonntag, 11. September 2016

Es ist vorbei




Nichts. Nichts?

Wenn ihr wissen wollt was es damit auf sich hat, dann müsst ihr die neue Hintergrundszene zu "Wenn du vergisst" lesen:

Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss. Nie hatte sie sich so leer gefühlt, wie in diesem Augenblick. Abgeschnitten. Von der Welt, vom Leben. Er legte seine Hände auf ihre Schultern, und sie ertrug es nicht. Genauso wenig wie den Blick in sein Gesicht, in dem sich ihre Leere spiegelte. Mit einem schnellen Schritt schüttelte sie seine Hände ab und ging ins Schlafzimmer, setzte sie sich auf das Bett und schaute das weiße Holz der Tür an.
Er kam ihr nach. Sein Arm berührte ihre Schulter, doch sie schob ihn weg.
„Nicht jetzt … bitte.“ Im Augenwinkel sah sie, wie er den Kopf senkte und auf seine Hände starrte.
Es tat ihr leid, aber sie ertrug seine Nähe nicht. Nicht nach allem, was passiert war. Warum begriff er es nicht? Sie ertrug auch sein Schweigen nicht. Das Schweigen, das zwischen ihnen saß, wie ein großes, gefräßiges Tier. Es hatte längst alles verschlungen. Alles, was ihr einmal wichtig gewesen war. Wo waren sie hin, die Gefühle, die sie für ihn empfunden hatte? Wann hatte es angefangen? Letztes Jahr im Sommer? Oder schon vorher? Wie hatten sie es übersehen können? Sie hatte es doch gewusst – warum hatte er nicht auf sie gehört? Sie hätten es verhindern können, bestimmt hätten sie es verhindern können, wenn er nicht …
Ja, wenn. Sie hasste dieses Wort, und noch mehr hasste sie ihn. Er hatte ihre Warnungen in den Wind geworfen. Nein, vor allem hasste sie sich, weil sie sich selbst nicht geglaubt hatte. Sie hätte es verhindern können, und sie hatte nichts getan.
Jetzt war es zu spät.
Nichts … was für ein kleines Wort für etwas, das zu groß war, um es fassen zu können.
„Wir haben alles verloren“, flüsterte sie, schloss die Augen und lauschte auf das Nichts in sich.
„Stefanie.“ Er berührte ihren Arm. Vorsichtig, als hätte er Angst sie könnte seine Hand wieder wegschieben. „Es gibt immer noch Hoffnung …“
Hoffnung … was für ein großes Wort.
Sie schüttelte den Kopf. Alle Hoffnung der Welt konnte das, was passiert war, nicht mehr rückgängig machen.
„Wann?“, fragte sie, ohne die Augen zu öffnen.
„Morgen.“
Morgen.
Sie nickte.
Morgen … sie wusste nicht, wie sie das ertragen sollte.
Morgen … sie wünschte sich, dieses Morgen würde niemals kommen.

(Stefanie)

Nachdem es bisher einige Stimmen gab, die Stefanie wirklich nicht leiden konnten, dachte ich, vielleicht hilft es ein bisschen mehr von ihr zu erfahren? Vielleicht kann der ein oder andere sie dann ein bisschen verstehen?
Weitere Backgroundszenen folgen ... stay tuned! ;)

Bis nächste Woche, vielleicht dann mal mit einem Zitat oder Lieblingsstellen, Lieblingsillustrationen oder Papierwust. Mal sehen ...

Viele Grüße,

Kryps

Kommentare:

  1. Hallo und Guten Abend liebe Heidrun ♥
    Das war wieder eine tolle Hintergrundszene, die ich wieder sehr gerne gelesen habe :-)
    Freue mich schon wahnsinnig auf Band 2 ♥

    LG, Angela (MamamachtPause)

    AntwortenLöschen
  2. Guten Abend, liebe Angela! :)
    Och, schön, dass Dir die Szene gefällt & vielleicht ist Dir Stefanie jetzt ja auch ein bisschen ans Herz gewachsen? :D

    Ja, Band 2! Nur noch 6 Wochen!!!
    (Ich bin schon ganz schön aufgeregt ...)
    Liebe Grüße zurück!

    AntwortenLöschen
  3. Danke dir für diesen Einblick... oh mann ... 5 Wochen können schon lange sein ;)
    LG Bianca

    AntwortenLöschen
  4. Ach, die gehen rum wie nix! Wirst sehen. Einmal kurz nicht aufgepasst & Schwupps, ist es schon Ende Oktober! :)
    Gruß

    AntwortenLöschen